Tischung Transformativer Gruppenprozesse, 2022
Table of transformative group processes
Paper documents of the collective Peace Damage (2019-2021)
200 x 90 x 75 cm
shown in:
Oberbayerischer Förderpreis für Angewandte Kunst, 2022
Handwerksmesse München (de)
Junge Kunst, 2022
Künstlerhaus Marktoberdorf (de)
I did not see it coming, 2022
Lothringer 13 Halle, München (de)
pictures:
Ricardo Rudi
(de) Die Skulptur "Tischung Transformativer Gruppenprozesse" ist eine symbolische und materielle Transformation all der Dokumente, die die Künstlerin in zweieinhalb Jahren Arbeit mit ihrem mit gegründeten Kollektiv Peace Damage gesammelt hat.
Das Kollektiv Peace Damage setzte sich kritisch mit den Strukturen der Akademie der Bildenden Künste München als Institution und deren möglicher Veränderung zugunsten der Ausbildung ihrer Studierenden und des Zusammenwirkens aller Mitarbeiter*innen der Akademie auseinander.
Peace Damage beobachtete eine grundsätzliche Konfliktvermeidung in ihrem persönlichen Umfeld, aber auch z.B. in Gremien der Akademie, was ihrer Meinung nach zu Stagnation und möglicherweise noch größeren Konflikten führt. Der Ansatz des Kollektivs war daher nicht Konfliktvermeidung, sondern der bewusste und konstruktive Umgang mit Meinungsverschiedenheiten. Dies versuchten sie durch eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Methode der gewaltfreien Kommunikation und Mediation zu erreichen.
In drei Schritten – Analyse des Status Quo, Empowerment und Veränderung – wollte Peace Damage eine parallele Institution, Academy of Fine, als Gegen- und Zerrbild innerhalb der bestehenden Gebäudestrukturen der Akademie der Bildenden Künste München in Form einer Küche gründen. Phase drei konnte aufgrund der Trennung des Kollektivs im Sommer 2021 nicht realisiert werden. Die Trennung war für die Mariella Maier sehr prägend, weil sie auch ihren Wunsch nach einer möglichen konstruktiv-produktiven Zusammenarbeit im Kollektiv in Frage stellte.
Die Konstruktion eines Tisches aus den geschredderten Materialien, die sich bei ihrer Arbeit mit dem Peace Damage Kollektiv angesammelt haben, stellt für sie eine Wertschätzung und gleichzeitig eine Transformation der geleisteten Arbeit dar. Die Form des Tisches als soziales Objekt, die in ihrer Arbeit eine zentrale Rolle spielte, verkörpert für sie die Möglichkeit auf andere Art und Weise zusammenzukommen, aber auch die Möglichkeit, "Dinge auf den Tisch zu bringen" und weiterzugehen.
(en) The sculpture “Tischung Transformativer Gruppenprozesse” is a symbolic and material transformation of all the documents the artist collected over two and a half years of working with the collective Peace Damage, which she co-founded.The collective Peace Damage critically examined the structures of the Academy of Fine Arts Munich as an institution and explored how it might be transformed in favor of its students’ education and the collaboration of all academy staff. Peace Damage observed a fundamental avoidance of conflict in their personal environment, but also, for example, within academy committees—something they believed led to stagnation and potentially even greater conflicts. The collective’s approach was therefore not to avoid conflict, but to engage consciously and constructively with disagreement. They sought to achieve this through an in-depth engagement with the methods of nonviolent communication and mediation.In three steps—analysis of the status quo, empowerment, and transformation—Peace Damage aimed to establish a parallel institution, the Academy of Fine, as both a counter-image and a distorted reflection within the existing architectural structures of the Academy of Fine Arts Munich, in the form of a kitchen. The third phase could not be realized due to the dissolution of the collective in the summer of 2021. For Mariella Maier, the separation was deeply formative, as it also called into question her desire for a possible constructive and productive collaboration within a collective.The construction of a table from the shredded materials accumulated during her work with the Peace Damage collective represents, for her, both an appreciation and a transformation of the work that was done. The form of the table as a social object—which played a central role in her work—embodies for her the possibility of coming together in different ways, but also the possibility of “bringing things to the table” and moving forward.



