
Seit einem Jahr beherbergt die Alte Post in Waldhaus Flims verschiedene Künstler*innen. Mit Kunstposten öffne ich diesen Ort nun explizit nach aussen: Ich greife seine ursprüngliche Funktion als Post, als Ort des Austauschs, der Kommunikation, des Auf-den-Weg-Bringens als künstlerisches Konzept auf und mache sie wieder sichtbar.
Post geht auf lateinisch posita zurück, den festgelegten Ort, von dem Boten losgeschickt wurden. Posten bedeutete im Schweizerdeutschen ursprünglich Botendienste leisten, erst später „einkaufen“. "To post" heißt im Englischen, etwas öffentlich zu machen. „Kunstposten“ trägt damit dieselbe Bewegung in sich, die hier räumlich geschieht: etwas von einem festen Ort aus in die Welt hinauszutragen.
Mit dem Verkauf meiner Postkarten im Atelier wird die Alte Post erstmals wieder zu einem Ort, den man von der Strasse aus betreten kann, ohne Teil der Residency zu sein. So wie einst Briefe und Pakete hier verschickt wurden, wandern nun meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen der umliegenden Landschaft von Hand zu Hand hinaus in die Welt.
Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit sich bei mir direkt Postkarten zu bestellen und zuschicken zu lassen - einfach hier klicken:
Nach dem Eingang der Zahlung von 10 Euro auf mein PayPal Konto (alleirammaier@gmail.com) schicke ich die Karte mit einem persönlichen Text an Dich los.
Bitte schreibe in die Mail Deine Adresse, sowie den Titel der Postkarte, die Du Dir wünscht. Du kannst auch "Überraschung" schreiben, dann suche ich für Dich eine aus :)
Bestellungen möglich bis Ende Oktober. Kontodaten für Vorkasse auf Nachfrage.

Die magische Linie
Die Glarner Hauptüberschiebung ist die „magische Linie“ an der 250-300 Millionen Jahre alte Gesteine auf viel jüngere Gesteinsschichten geschoben wurden. Ein weltweit einzigartiges geologisches Phänomen und ein scheinbarer Widerspruch.
Angetrieben wurde die Überschiebung durch die Kollision der Adriatischen Platte (Afrika-nahe) mit Europa, die die Alpen aufgetürmt hat. Sie betrug eine Fläche von etwa 35-40 km und fand grob vor 35-25 Mio. Jahren statt. Wegen der ausgezeichneten Sichtbarkeit der Überschiebungslinie wurde das Gebiet 2008 als UNESCO-Welterbe "Tektonikarena Sardona" ausgezeichnet. Seit über zwei Jahrhunderten erforschen Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt die Vorgänge der Gebirgsbildung und noch heute dient sie als eine berühmte Pilgerstätte, um Merkmale, welche auf Prozesse der Gebirgsbildung hinweisen, vor Ort zu studieren, denn hier sind sie besonders gut sichtbar.

49,9 kg
oder "hier sind wir schweizerisch"
49,9 kg pro Kopf isst der Durchschnittsschweizer im Jahr an Fleisch.

Drahtseilakt
Die Anthropogenetische Geomorphologie ist ein Gebiet der Geomorphologie (Landformenkunde), welches die anthropogenen (von Menschen gemachte) Einflüsse auf Oberflächenformen der Erde beschreibt und erforscht.



Tiefenzeit
Nummuliten-Fossilien, das sind fossile einzellige Meereslebewesen (Grossforaminiferen), die auf einem Gesteinsbrocken direkt am Wanderweg des Unteren Segnesbodens gut sichtbar sind. Sie stammen aus der Zeit, als die Gegend hier noch unter Wasser lag, und liegen im Flysch-Gestein – dem 35 bis 50 Millionen Jahre alten Gestein, das entlang der Glarner Hauptüberschiebung unter dem viel älteren Verrucanogestein zum Vorschein kommt.

Adrenalin

Glazialmorphologie
Gletscherschliff: Der Eisstrom glättete das Gestein. Nach dem Rückzug des Eises lag das nackte, geschlifffene Kalkgestein frei an der Oberfläche, was dem sauren Regenwasser die perfekte Angriffsfläche bot, um neue, messerscharfe Karrenfelder (Rillen- und Rinnekarren) zu bilden.
Zwischen Vorab und Flimserstein erstreckt sich eine ausgedehnte alpine Karstlandschaft. Karrenfelder, die mehr oder weniger von einer Grasnarbe überdeckt sind, wechseln sich mit Rinnen und Furchen ab, welche periodisch oder ganzjährig Wasser führen oder auch vollständig trocken sein können. Karst ist hier das Ergebnis der Verwitterung von Kalkgestein durch das CO2-haltige Niederschlagswasser. Der oberflächliche Abtrag von Kalk beträgt in der subalpinen/alpinen Landschaft lediglich etwa 3-5 cm pro 10'000 Jahre. In Rinnen mit fliessendem Wasser und Sand oder Kies entstehen grössere Reibungen. Dort erfolgt die oberflächliche Formung des Kalkgesteins durch Eronsion viel rascher. Als Ergebnis finden sich im Gebiet häufig kleinere und grössere Strudeltöpfe, die wie Perlen schnurartig aneinandergereiht sind. Die Stufen zwischen den einzelnen Schalen entstehen durch die unterschiedliche Härte des Gesteins.